Blaue Zonen

Leiblach

Überfluteter Auwaldrest an der Leiblach

In den letzten Tag und Wochen konnte man überall sehen, wie sich das Wasser seinen Weg gesucht und sich in den tiefsten Bereichen ausgebreitet hat. Vorarlberg ist diesmal glimpflich davongekommen, aber auch diese relativ kleinen Schäden gehen in die Millionen.
Wieder einmal wird es klar, wie wichtig es wäre, den Gewässern genügend Platz zu lassen bzw. Räume vorzusehen, wo sich im Notfall das Wasser vorübergehend ausbreiten kann. (Der schönste und ökologisch wertvollste Hochwasserschutz wären übrigens intakte Auwälder – auf auwald.info stehen z.B. Bilder und ein Bericht von der Leiblachmündung. Solche Bilder sind bei uns leider extrem selten geworden).

Man sollte meinen, dass inzwischen der Letzte verstanden hat, wie wichtig es ist (oder wäre), dem Wasser genügend Platz zu lassen. Dennoch sieht man auch – wenn man genau schaut – immer wieder neue Gebäude, die nahe an den Flüssen und in früheren Überschwemmungsgebieten stehen.
Hier ist offenbar noch viel Lernen nötig. Wichtig wäre aber auch eine konsequente Raumplanung. Die „Blauzone“ im Rheintal, die aus gegebenem Anlass öfter erwähnt wurde, sollte genau das tun: Nämlich ausreichende Flächen sichern, in denen Hochwässer zurückgehalten werden können, und im Notfall einigermaßen schadlos an den Siedlungen vorbeigeleitet werden.

Das ist eine gute Idee, und eigentlich längst überfällig. Die endgültige Umsetzung scheint sich aber in die Länge zu ziehen. Entwürfe dazu gibt es schon lange – es ist ja gar nicht sooo schwer, herauszufinden, wo bisher Überflutungen waren, wie hoch das Gelände ist, und welche Bereiche schon verbaut sind. Im vorletzten Winter wurde ein Entwurf zur Begutachtung verschickt, dann wurde einige Kritik laut und (wahrscheinlich) massenhaft Ausnahmewünsche geäußert. Nach außen hat man dann lange nichts mehr gehört – bleibt nur zu hoffen, dass vor den nächsten Großereignissen die Zone ausgewiesen wird, und dass dann mehr als ein völlig verwässerter Kompromiss herauskommt.

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