Mobilitätskonzept Vorarlberg – vertane Chance?

Das letzte Vorarlberger Verkehrskonzept wurde 2006 beschlossen, ist also schon eine ganze Weile her. Jetzt steht die Überarbeitung an, zur Vorbereitung gab es einen Bürgerrat, der ganz interessante Ideen aufwarf, die auch in einem „Bürgercafé“ diskutiert wurden.

Im Frühjahr wurde der Begutachtungsentwurf öffentlich aufgelegt – leider gerade über die Osterzeit und in einer Phase, in der auch sonst sehr viel auf dem Arbeitsprogramm stand. Wir haben uns trotzdem bemüht, trotz knapper zeitlicher Ressourcen das Wichtigste aus unserer Sicht einzubringen: Stellungnahme der Naturschutzanwaltschaft.

Das ganz kurze Fazit ist, dass leider die Chance verschenkt wurde, die Mobilität wirklich an Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten. Man sieht dem Entwurf zwar an, dass sehr viel Arbeit und viele gute Ideen eingeflossen sind. Zugleich ist aber auch erkennbar, dass offenbar alle Interessen bedient werden sollten – also neben Radverkehr und ÖV auch Auto- und Flugverkehr, und natürlich wollte man sich von den liebgewordenen alten Projekten wie Stadttunnel Feldkirch und der S18 nicht trennen, die aus unserer Sicht nur zur Verlängerung eines längst überholten Verkehrssytems beitragen würden. Weiterlesen

S18 alternativlos?

Die Variante „V wie vernünftig“ ist aus der Sicht des Naturschutzes tatsächlich genau das – nicht umsonst haben wir etwas Ähnliches seit vielen Jahren gefordert.
75% der Entlastung zu 10% der Kosten – das ist doch gar nicht schlecht.

Viel Aufregung ist ausgebrochen, seit die Grünen eine Alternative zur S18 vorgeschlagen haben. Einige meinten, das bringe doch alles nix und man habe die Lösung doch längst geprüft und verworfen, und in dem langen Planungsprozess seien nun einmal die beiden Trassenvarianten für die S18 als beste Lösung herausgekommen.

Nun haben sich wohl nicht alle Kommentatoren intensiv mit dem Thema beschäftigt, oder haben die Fakten wieder vergessen.  Es ist auch schon lange her – der Prozess „Mobil im Rheintal“ wurde schon 2006 eingeleitet, das Schlussdokument dazu wurde im Oktober 2011 veröffentlicht. Ich war aber von Anfang an dabei und kann mich noch ganz gut erinnern … tatsächlich war auch in dem Verfahren nicht alles „reine Wissenschaft“.

So wurde zum Beispiel in der Mitte des Verfahrens die damalige „Alternative E“, die im Prinzip der S18 enspricht, aus fachlichen Gründen bereits ausgeschieden. Sofort fingen die politischen Räder an zu drehen, und mehrere Gemeinden setzten sich massiv dafür ein, diese Variante zurück in den Prozess zu holen. Weiterlesen

„Kleine“ Lösung – große Wirkung

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Mobil im Reintal – untersuchte Trassen

Um Verkehrslösungen im Rheintal wird ja seit vielen Jahren diskutiert, große Projekte stehen in Feldkirch und irgendwo im Unteren Rheintal an. Und derzeit sucht Diepolsdau kleinräumig nach Lösungen für seine Verkehrsbelastungen – dort würde sich nämlich auch nach dem Bau einer S18-/Z-/CP-Trasse keine Verbesserung ergeben. Dabei sind auch die Vorarlberger Nachbarn einbezogen. Dafür hat man aber verschiedene Verkehrsmodelle berechnet – je eines für das nördliche und südliche Rheintal und jetzt ein genaueres für „Rheintal Mitte“. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass es notwendig ist, diese Planungen aufeinander abzustimmen.

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Variante „Pr“ – Übersicht

Im Planungsprozess „mobil im Rheintal“ haben die Umweltorganisationen schon vor Jahren eine „Variante Pr (wie pragmatisch)“ vorgeschlagen, die mit den möglichst geringen Eingriffen eine möglichst gute Entlastung bringen sollte. Die hätte eine Straßenverbindung im Raum Mäder und eine Querung beim Bruggerloch (die praktisch das westlichste Stück der Varianten  Z, CP, S18 wäre) enthalten. Diese Variante hat man damals als „nicht wirksam genug“ abgetan, und nicht weiter verfolgt. So schlecht war sie aber doch nicht, vor allem, wenn man das Verhältnis von Kosten und Nutzen vergleicht: Weiterlesen

Noch mehr Fahrradrouting

Passend zur Urlaubszeit habe ich mir noch mehrere Möglichkeiten zur online-Planung von Fahrradrouten angesehen, die alle auf der Basis von OpenStreetMap funktionieren. Im Wiki von OSM gibt es eine ganze Liste von Anwendungen für Radfahrer, und eine Übersicht über Routingdienste.

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OpenRoutingService – Meschach

Ich habe einige interessante Angebote gefunden, aber perfekt ist keines – so kann kein einziges die Höhenunterschiede bei der Berechnung der Fahrzeit berücksichtigen. Die Schätzungen liegen weit auseinander, zum Beispiel bei meiner Teststrecke Götzis Bahnhof – Meschach zwischen 13 und 53 Minuten (wobei bergauf die 53 wohl realistischer sind …)

Sehr unterschiedlich ist die Auswahl der vorgeschlagenen Wege – viele Varianten gehen ziemlich waghalsig über kleine Fußwege, wie die Screenshots zeigen. Das liegt teilweise sicher an der Karte selber, gerade die Weg-Eigenschaften sind da sehr uneinheitlich eingetragen. (Das könnte übrigens ein schönes Urlaubsprojekt sein, da zur Verbesserung beizutragen.)

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Mit dem Fahrradnavi von Götzis nach Dornbirn

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„Schnell“ – 55 min

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„Gemütlich“ – 53 min

Nachdem im vollgestopften Zug heute kein Platz für mich und mein Fahrrad war, habe ich beschlossen, gleich mit dem Rad nach Dornbirn zu fahren, und dabei  die neue App zur Fahrrad-Navigation zu testen (über die ich schon einmal kurz berichtet habe).

Für die Routenauswahl kann man verschiedene Optionen einstellen: Gewünschte Fahrbahnoberfläche und Geschwindigkeit.
Dabei ändert sich irgendwas, aber die App rechnet mehr Zeit für die Option „schnell“ als für „gemütlich“, wobei 55 Minuten für 11,5 km auch nicht besonders sportlich sind …

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Interessanterweise rechnet der Routenplaner auf der Website anders, obwohl ich dachte, dass beide die gleichen Daten verwenden – der nimmt flottere 35 Minuten an. Weiterlesen

Gemischtes Paket für Radfahrer

Verkehrszeichen - Radweg ohne BenützungspflichtDer Nationalrat hat also in der letzten Sitzung das „Radler-Paket“ beschlossen. Das meiste in diesem Päckchen ist für Radler durchaus erfreulich. Zum Beispiel „Begegnungszonen “ für gleichberechtigten Verkehr und endlich auch Radwege ohne Benützungspflicht – die hat mich schon lange geärgert, vor allem wenn die beschilderten Radwege nicht wirklich zumutbar sind.begegnungszone

Etwas unnötig dagegen scheint mir das Verbot des Handytelefonierens. In erster Linie gefährdet ein telefonierender Radler sich selber, und die größte Gefahr ist sicher, dass einem das geliebte Telefon aus der Hand fällt, und dann straft man sich eh selber …

In der Zwischenzeit sind wir schon froh, wenn wir nicht von ungestraft telefonierenden Autofahrern gerammt werden (von den Busfahrern gar nicht zu reden …).

SMS auf dem Rad - auf dem Eisplatz

Jugendlich unbekümmert in Kopenhagen – Foto: www.copenhagenize.com/