NaturschutzbeauftragteR für die BH Bludenz gesucht

Archivbild - geländegängig und wetterfestzzu sein, ist jednfalls von Vorteil

Archivbild  – geländegängig und wetterfest zu sein, kann nie schaden

Der Naturschutzbeauftragte der BH Bludenz soll Verstärkung erhalten (war auch  Zeit – Anmerkung der Redaktion).
Das Land hat nun einen Halbtagsjob für eine zweite Person ausgeschrieben. Hier kann man sich die Anzeige ansehen und bei Bedarf auch gleich bewerben. Die Aufgaben sind vor allem Sachverständigentätigkeit, aber auch Beratung, Management von Schutzgebieten und Kontrollen. Gesucht wird eine Person mit Ausbildung in Biologie und Ökologie, nach Möglichkeit mit einschlägiger Berufserfahrung und Ortskenntnis.

Natura2000-Preise vergeben

n2000awardIn diesem Jahr hat die EU-Kommission erstmals Preise für die Umsetzung für Natura2000 vergeben, um die besten Beispiele in verschiedenen Bereichen hervorzuheben: Conservation (also Naturschutz im engeren Sinn), Kommunikation, Sozio-Ökonomischer Nutzen, Interessensausgleich und Vernetzung.

Polarfuchs (C) quartl @wikimediaSchon die Liste der unter „Conservation“ eingereichten Projekte gibt einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der Natur in Europa und der Schutzprojekte – von den Polarfüchsen in Schweden bis zu den Rötelfalken in einer spanischen Kirche.
Sieger in dieser Sparte wurde ein bulgarisches Projekt zum Schutz der Kaiseradler. Zuvor waren in dem Gebiet über zwei Drittel der Jungvögel durch Stromschlag umgekommen. Nachdem (übrigens in Zusammenarbeit mit der EVN Bulgaria)  595 Strommasten isoliert wurden, kam es zu keinen Todesfällen mehr, und der Bestand der Brutpaare hat um über 25% zugenommen.

Saschiz, Siebenbürgen - (c) CristianChirita

Saschiz, Siebenbürgen – (c) CristianChirita

Unter den Einreichungen im Bereich „Sozio-Ökonomischer Nutzen“ sind einige Ökotourismusprojekte – hier könnten Naturfreunde noch gute Ideen für den nächsten Urlaub finden.
Die Bilderbuchlandschaft Siebenbürgens, wo das Siegerprojekt herkommt, wäre auf jeden Fall eine Reise wert. Dort arbeitet eine Stiftung daran, zusammen mit der Bevölkerung, vor allem mit den Bauern, die extrem artenreiche traditionelle Kulturlandschaft zu erhalten und zugleich durch die Förderung von lokalen Produkten, Handwerk und Tourismus die Wertschöpfung zu verbessern.

Biosphärenpark Großes Walsertal: ManagerIn gesucht

walsertal-logoDer Biosphärenpark Großes Walsertal sucht eine Person, die ab 1. Oktober 2014 das Management des Gebiets übernimmt.

Sicher eine spannende Aufgabe – Biosphärenparks bzw. Biosphärenreservate sind keine reinen Naturschutzgebiete, sondern eine Art Modellregion für nachhaltiges Leben und Wirtschaften. Das Prädikat wird von der UNESCO nach einheitlichen Kriterien vergeben. Ziele sind unter anderem die Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Kuturlandschaft, die Einbeziehung der Bevölkerung und die Förderung der nachhaltigen Wirtschaft.
Seit der Ausweisung im Jahr 2000 sind hier schon viele interessante Initiativen entstanden.

Stellenausschreibung zum Download (pdf, 497 kB )

Bewerbungen bis Donnerstag, 14. August 2014 an:
Biosphärenpark Management Großes Walsertal,
Jagdbergstraße 272, 6721 Thüringerberg, info@grosseswalsertal.at.
Für Rückfragen: DIin Ruth Moser, T 05550 20360, M 0650 9909000, moser@grosseswalsertal.at

Natura 2000: Mäßiges Zeugnis

Erhaltungszustand der Ökosysteme in der alpinen Region

Erhaltungszustand der Ökosysteme in der alpinen Region – Quelle: Umweltbundesamt

Eine sehr durchwachsene Bilanz zeigt der Bericht über den Zustand der geschützten Arten und Lebensräume nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie).

Zeugnisse sollten ja den Ist-Stand klar und vergleichbar dokumentieren, und nach Möglichkeit nicht zu sehr demotivieren. Das einzig Positive, was man hier noch sagen kann, ist aber, dass es seit dem letzten Bericht keine gravierenden Verschlechterungen gegeben hat. Schon ein kurzer Blick auf die Grafiken zeigt aber, dass die Rot- und Gelbtöne weit überwiegen. Es ist offensichtlich, dass es hier noch viel zu tun gibt. Weiterlesen

Sture Neinsager und Verhinderer?

road-closedErwartungsgemäß sind nach nach unserer gestrigen Beschwerde im UVP-Verfahren zum Hochwasserschutz Ill Stimmen laut geworden, die das nicht gut finden. Wider Erwarten waren das aber ganz wenige, konkret habe ich von zweien gehört.

Eine große Mehrheit hat offenbar verstanden, worum es uns geht, auch die Idee, dass Retention und Renaturierung der beste Hochwasserschutz sind, hat sich schon weit herumgesprochen. Und – ehrlich – ich wüsste nicht, wie ich unsere Position noch verständlicher formulieren sollte. Wenn man/frau etwa meinen letzten Beitrag ganz langsam liest, ist es wirklich schwer, da „Verhindern um jeden Preis“ und „ständiges Neinsagen“ herauszulesen.

Dieter Egger von der FPÖ hat sich dazu mit einer Presseaussendung gemeldet und unsere „Blockadepolitik“ kritisiert. Nun steht es natürlich jedem zu, eine Meinung zu unserer Arbeit zu äußern, auch wenn er nicht so genau weiß, was läuft. Ich habe auch nicht vor, mich über jede einzelne Meldung dieser Art aufzuregen.
Eines ist aber interessant: Weiterlesen

Ja zum Hochwasserschutz Ill – aber nur mit UVP

Wir wollen nichts verhindern, aber korrekte Verfahren – und haben deshalb Beschwerde gegen den UVP-Feststellungsbescheid des Landes eingelegt

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Übersichtsplan 2014

Planungen für einen verbesserten Hochwasserschutz an der Ill laufen seit vielen Jahren, die ersten zwei Abschnitte sind bereits gebaut. Für den dritten Abschnitt hat das Land im April festgestellt, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei.
Dagegen haben wir Beschwerde eingelegt. Rechtlich ist aus unserer Sicht ganz klar, dass eine solche Prüfung wegen der Größe der Rodungsflächen und der Kumulierung mit den früheren Abschnitten notwendig ist. Weiterlesen

Bikepark Brandnertal

Wir lehnen den Bikepark Brandnertal auf der Tschengla ab. Für den Bikepark sollen insgesamt 8,5 km Strecken im Bereich der Einhornbahn II, des Schesabruchkessels und des Mühletobels errichtet werden. Es sollen drei Strecken mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad blau, rot und schwarz errichtet werden.

Streckenabschnitt der Downhillstrecke Oberlech-Lech mit parallel geführtem Holzelement

Streckenabschnitt der Downhillstrecke Oberlech-Lech mit parallel geführtem Holzelement

Unser Hauptkritikpunkt ist vor allem der oberste Streckenabschnitt unterhalb der Bergstation der Einhornbahn II, der über die Magerwiesenflächen des Biotops „Untere Burtschamähder“ (Details dazu siehe im Biotopinventar) führt an der Kante vom Schesamurbruch entlang, dann in Abschnitten Feuchtbereiche und Standorte mit Vorkommen der nach FFH-Richtlinie geschützten Art Alpenmannstreu tangiert. Hierzu wurde auch vom Amtssachverständigen für Naturschutz von der BH Bludenz ein negatives Gutachten erstattet. Weiterlesen

Deutsche mögen Wildnis

Deutschland braucht mehr Wildnis und „mehr Natur“ ist die beste Lösung für den Hochwasserschutz. Das sind nur zwei von vielen interessanten Ergebnissen einer neuen Studie die das deutsche Bundesamt für Naturschutz kürzlich präsentiert hat.
Die ganze Studie kann hier heruntergeladen werden (pdf, 9,1 MB)

Einstellungen zum Hochwasserschutz

Auch wenn Theorie und Praxis nicht dasselbe sind: Offenbar ist das Naturverständnis der Menschen viel größer, als die Politik ihnen das zutraut. Beim Hochwasserschutz etwa finden 93 % es „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“, Flüsse und Bäche naturnah zu gestalten, für 90 % mehr Überschwemmungsflächen und Auen zu schaffen. „Höhere Deiche“ ist die am wenigsten populäre Maßnahme, auch der stimmen aber noch über 80 % zu.

Einstellung zu Wildnis Interessant ist auch, dass die Aussagen nicht nur nach Alter und Geschlecht zugeordnet wurden, sondern auch nach den Sinus-Milieus – hier zeigen sich deutliche Unterschiede, etwa in der Einstellung zur Wildnis.

Noch ein paar willkürliche Details:

  • 86 % sehen Naturschutz als wichtige gesellschaftliche Aufgabe, aber nur 40 % meinen, dass in Deutschland genug dafür getan wird.
  • Bei den „neuen“ Wildtieren hat der Biber die meisten Sympathien: Auf die Frage „Wie finden Sie es, wenn sich die folgenden Tiere in Deutschland verbreiten?“ antworten beim Biber 67 % mit „Finde ich gut“. Beim Wolf tun sich die Menschen am schwersten, aber 44 % stimmen immer noch zu.
  • Auch erfreulich für Naturschützer. 92 % der Befragten sind „sehr bereit“ oder „eher bereit“ … „sich beim Aufenthalt in der Natur von ausgewiesenen geschützten Bereichen freizuhalten“

Gute Broschüre über geschützte Vogelarten

Kurzmitteilung

VSL-Arten_coverKürzlich bei den Naturfreunden gefunden: Eine Broschüre über die geschützten Arten der Vogelschutzrichtlinie, veröffentlicht 2006 vom Umweltministerium von Baden-Württemberg. Auf 145 Seiten werden die Arten ausführlich vorgestellt, im Anhang befinden sich auch noch die rechtlichen Grundlagen. Sehr schön gemacht und informativ!

Die Broschüre (eigentlich schon eher ein E-Book) kann kostenlos  heruntergeladen werden:
Im Portrait – die Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie (pdf, 4,78 MB)

Weniger Schmetterlinge auf Europas Wiesen

Schwalbenschwanz - (c) K Lins

Schwalbenschwanz – (c) K Lins

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat festgestellt, dass sich in den letzten zwei Jahrzehnten einige Populationen von europäischen Grünland-Schmetterlingen auf fast die Hälfte reduziert haben. Für die Studie wurden 17 Arten in 19 Ländern untersucht, zwischen 1990 und 2011 haben Tausenden von freiwilligen und und professionellen Beobachtern die Bestände an bestimmten Stichproben-Linien aufgezeichnet.

Die wichtigsten Ursachen für den Rückgang sind einerseits die Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung, die viel weniger Blütenpflanzen aufkommen lässt, andererseits aber die völlige Auflassung der Bewirtschaftung, durch die ebenfalls viele artenreiche Wiesen verlorengehen. 
Magerwiese Marul

Magerwiese in Marul – (c) K Lins

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig naturnahe Wiesen für viele Tierarten sind – die auffälligen Tagfalter sind ja Indikatoren, das heißt, Zeigerarten, die als „Frühwarnsystem“ für den Zustand der Biodiversität dienen können. Das deutsche Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das die Studie mitverfasst hat, schlägt deshalb vor, den Bestand der Schmetterlinge als Indikator für den Erfolg der Naturschutzbemühungen in der europäischen Landwirtschaft zu verwenden.

Gesamte Studie als PDF (englisch, 1,3 MB)